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Aktuelle Analyse: Creditreform Wirtschaftsindikator
Creditreform Wirtschaftsindikator Analyse des 4. Quartals 2009 und Konjunkturausblick
Mittelstand mit positivem Ausblick auf 2010 - Insolvenzrisiken aber nochmals gestiegen
Neuss, 10.02.2010
Die Aufschwungtendenzen in der mittelständischen Wirtschaft haben sich im vierten Quartal 2009 verfestigt. Der Creditreform Wirtschaftsindikator notiert mit +8,0 Punkten 1,1 Zähler über dem Vorquartalsstand (+6,9 Punkte). Eine dynamische Konjunkturerholung zeichnet sich aber bislang nicht ab. Es dürfte noch einige Quartale dauern, bis der scharfe Rezessionseinbruch ausgeglichen sein wird. In vielen Branchen ist die Insolvenzanfälligkeit der Unternehmen weiter gestiegen.



Ausblick: Aufschwungtendenzen setzen sich fort – Insolvenzrisiko auf höchsten Stand seit Mitte 2006
Die mittelständischen Unternehmen gehen mit überwiegend zuversichtlichen Geschäftserwartungen in die kommenden Monate. Die Aufschwungtendenzen dürften sich fortsetzen. Die Zahl der optimistischen Unternehmen überwiegt die Zahl der Pessimisten um 5,2 Prozentpunkte. Im Quartal zuvor war die Mehrheit mit 2,7 Prozentpunkten deutlich knapper ausgefallen.
Die Auswirkungen des Rezessionsjahres 2009 sind unübersehbar: So hat sich die Insolvenzanfälligkeit der mittelständischen Unternehmen im vierten Quartal erneut leicht erhöht. Das signalisiert der Creditreform Risiko Indikator (CRI), das zentrale Insolvenzrisikomaß, der auf 2,30 gestiegen ist. Somit kommen auf 10.000 Unternehmen 230 Firmen, die ein Negativmerkmal aufweisen – etwa einen massiven Zahlungsverzug oder einen Insolvenzantrag.
Der durchschnittliche Bonitätsindex für deutsche Unternehmen verschlechterte sich im vierten Quartal 2009 um einen Zähler auf die Note 2,62 (Vorquartal: 2,61). Vor zwei Jahren erreichte das mittlere Krediturteil noch die Note 2,58. Der Zahlungsverzug bei überfälligen Rechnungen beträgt durchschnittlich 12,37 Tage (Vorquartal: 13,02 Tage).

Einzelhandel verschlechtert – Industriesektoren fassen wieder Tritt
Schlechter als im Vorquartal ist die Wirtschaftslage im Einzelhandel. Trotz Erholung ist das Branchenbarometer der Verkehrs- und Logistikwirtschaft noch immer mit einem negativen Vorzeichen behaftet. Die wirtschaftliche Situation der Betriebe ist weiterhin sehr angespannt. Deutlich verbessert hat sich die Konjunkturlage während der vergangenen drei Monate in den exportabhängigen Industriesektoren wie der Chemie. Auch die Dienstsleistungsbereiche ziehen an. Die Entwicklung im Baugewerbe und der Grundstoffindustrie kommt dagegen einer Stagnation gleich.

Methodik
Der Creditreform Wirtschaftsindikator setzt sich aus den vier Einzelkomponenten Geschäftsklima, Zahlungsverhalten, Bonität und Insolvenzanfälligkeit zusammen. Zur Einschätzung der konjunkturellen Gesamtsituation berücksichtigt der Creditreform Wirtschaftsindikator zahlreiche Finanzinformationen sowie Daten zur Unternehmensstabilität aus der Creditreform Wirtschaftsdatenbank und verknüpft diese mit empirischen Ergebnissen aus regelmäßigen Unternehmensbefragungen. Indikatorwerte über Null zeigen ein wirtschaftliches
Wachstum an, negative Werte entsprechen einer Stagnations- bzw. Rezessionsphase.
Der vollständige Quartalsbericht kann unter "Downloads" kostenlos als pdf heruntergeladen werden. Die nächste Ausgabe erscheint Anfang Mai 2010.
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